Sportlich, sportlich, wie der berühmte, alteingesessene und -ehrwürdigere Kopp-Verlag („Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ – wow!) da jemandem eine Bühne gibt, von der man annehmen darf und neuerdings muss, sie hat zuviel am falschen Frosch geleckt.
Während der Schock über die Loveparade-Katastrophe tief sitzt und die Trauer groß ist, hat Eva Herman den Verantwortlichen für das Desaster ausgemacht: Der Schöpfer und seine irdischen Vollstrecker waren’s. Der Link zuerst in ihrem wirren Kopf und dann zum Blog-Beitrag bei Kopp ist für Frau Herman klar wie Kloßbrühe: „Wer sich die Bilder der Loveparade aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.“ Aha, „Sodom und Gomorrha in Duisburg“. Jetzt ist raus, wer Schuld trägt
Der Mensch; wir alle! Und das wird gerächt, von ganz oben! Also bitte benehmen und in Zweierreihen aufstellen – hinter Eva Herman!
Da rubbelt eine an der Glaskugel, die
Letzteres ist anzunehmen. In einer vertrackten Situation wie dieser (wurde ja alles nicht besser nach dem Nazi-Autobahnen-Äußerungen und dem so schön inszenierten Rauswurf bei Kerner) ist viel besser: innehalten, tief durchatmen und bewusst einen größeren Schritt zurückgehen. Wo stehe ich? Was hat mich dahin geführt? Wohin will ich wirklich, tief in meinem Herzen? Wie komme ich da tatsächlich hin? Dann ist der Weg zur letzten verpassten Weggabelung nicht allzu weit, und der richtige kann eingeschlagen werden. Und das bitte still und leise, ganz ohne Öffentlichkeit.
Wahre Profis machen das so, finden in ihrem Rückzugszeitraum ihre Substanz wieder; formulieren ihre wahre Botschaft, für die sie mit Haut und Haaren, Herz und Bauch und Seele stehen; treten dann erst ans Mikro. Für Eva Herman (ihr anderes schönes Hassthema ist, dass die EU „schon lange plant, Männer zunehmend in Kindererziehung und Haushalt abzuschieben, während die Frauen schick Karriere machen und die Quote auf 50 Prozent – auch in allen Männerberufen – erhöht werden soll.“) ist es dafür nun zu spät. Willkommen in der Versenkung!
Was macht Eva Herman falsch?
Human Branding Lesson Learned #8
Es ist alles andere als schlimm, wenn Du Dich verrannt hast, falsch abgebogen bist. Nur: Erkenne es klar und arbeite es kompromisslos auf (lass Dich durchaus professionell begleiten dabei). Sage öffentlich sowenig wie möglich, bis Du einen guten neuen Plan für Dein Profil und Dein Fortkommen hast. Nimm wieder Fahrt auf, wenn der Plan tragfähig und viel versprechend dafür ist, Deine klaren Ziele mit genauso klaren Maßnahmen tatsächlich zu erreichen. Sage uns dann, was Du tatsächlich zu sagen hast.
Stay tuned!